Ivo
Ringes Bilder basieren auf einer Tradition der Farbfeldmalerei, die der
Künstler in seiner eigenen Sprache in kontinuierlichem Prozess
weiterentwickelt. Es entstehen Werke, die uns primär zum Sehen, zur Veränderung
unserer Wahrnehmung verführen wollen, zum Erkennen von Neuem, das eingebunden
ist in Vertrautes, in vertraute Kontexte.
Er überlagert Formen und Farben und lässt damit einen dreidimensionalen Raum entstehen, der Tiefe und Dynamik hatte. Diese Dynamik, diese Bewegung entsteht nicht als von vorneherein kalkulierter, festgelegter Prozess; Ringe ist kein Konzeptkünstler: er lässt sich von der Farbe tragen in einem sowohl spontanen wie meditativem Prozess, den er selbst so kommentiert: "Ich kreiere, indem ich meinen Willen zurücknehme, ja aufgebe."
Zunehmend
wählt er eine sehr reduzierte Farbpalette und gestaltet damit Räume - direkt
auf der Wand oder auf der Leinwand - mit gestischem Farbauftrag, der ihn an
einen magischen Vorgang gemahnt. Die Farbformen treten in einer automatischen
Gesetzmäßigkeit der Proportionen zueinander in Bezug und schaffen eine
Welt, die erfüllt ist von vibrierender Farbe. Die gestischen Farb-Strukturen
überlagern sich und ziehen den Blick des Betrachters in die Tiefe eines
komplexen, mehrdimensionalen Raumes.
Ringes Bilder sammeln den Blick, sind Angebote zur "Entdeckung der Langsamkeit", sind materialisierte Zeit - der Künstler spricht von einem "Plasma", das durch Farben und Formenproportionen kreiert wird.
(Auszüge aus der Rede in Arnsberg am 6. März 2005)
Elisabeth
Claus
Leiterin
des Neuen Kunstvereins Aschaffenburg


